Früher habe ich unbewusster gelebt und war wie eingebunden in eine innere Welt, die ich nicht verstand, die ich kaum wahrnahm. Ich sagte zwar, dass ich fühle, doch ich konnte mein Gefühl nicht wirklich empfinden. Es schien mir stetig und gleichförmig zu sein, all seine Anteile der Angst, Wut, Freude, Traurigkeit, des Leids und der Liebe waren wie eine einzige undurchdringliche Suppe und ich vermochte nicht zu fühlen, was in ihr ist. Niemals erlebte ich bewusst die Stille meines Denkens und wenn ich kurze Einblicke in das Geschehen in meinem Verstand erhaschte, lenkte ich mich schnell wieder ab, denn die dichte Folge des Selbstgesprächs und Urteilens über mich und andere zeigte sich mir wenig erbaulich.
Heute lebe ich innerlich wach und klar und bin dankbar dafür. Es ist wunderschön: Oft ist es still in meinem Geist und ich bin einfach nur. Es ist friedlich und wenn Gedanken kommen, sind sie zumeist hilfreich. Sie erinnern mich an etwas, was wahrhaft zu tun ist oder finden Wege und Lösungen. Ich spreche im Geist liebevoll mit meinen Nächsten und erhalte Antworten, die sich im Außen bestätigen. Ich finde für mich Fragen, wenn mein eher leidliches Gefühl mir anzeigt, dass ich mich gedanklich im Kreis drehe und erhalte hier ebenso Antworten. Durch die liebevolle Verbindung des Denkens und Fühlens in mir weiß ich in jedem Moment, was gut und schlecht für mich ist. Ich erlebe die Bewegungen meiner Aufmerksamkeit, bekomme wach mit, was mich anzieht, kenne meine Sehnsüchte und kann zwischen den Bedürfnissen meines Körpers und meines Seelengeistes unterscheiden. Ich kenne meine Stärken und Schwächen und den derzeit zu bearbeitenden Schatten. Ich halte mein Bewusstsein in der Begegnung mit für mich eindrücklichen Menschen wach. Früher war das ganz und gar nicht der Fall. Schnell hatte ich mein Wahrnehmen und Eigenempfinden verloren, sobald ich einem Menschen gegenüberstand, der auf mich Eindruck machte. Ich habe in all der Zeit Halt in mir gefunden, der an nichts Außeres geknüpft ist und der mir nicht wieder nehmbar ist.
In meinem heute bewussten Wahrnehmen erlebe ich mich selbst und spüre die Menschen um mich zugleich. So bekomme ich es mit, wenn mich etwas schmerzt, ein Wort, eine Aussage, eine Geste oder Haltung und ebenso, wenn meine Worte und meine Ausdrücke andere treffen. Ich vermag heute innezuhalten, wieder zu mir finden, wenn ich mich in gedanklichen Konstrukte verloren habe, und kann mitfühlend mein Sprechen und Wirken korrigieren. Früher habe ich die Auswirkungen meines Einwirkens erst viel später, wenn überhaupt, mitbekommen.
Mein Weg ist mir bestimmt: Ich werde meine eigene äußere, körperliche und innere Welt liebevoll errichten und dabei die Wege jedes anderen Menschen in seiner und ihrer ganz eigenen Form achten.
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tiefes Erleben
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veröffentlicht am 3.4.2016, letzte Änderung am 21.4.2017 um 12:00 Uhr
achtsame Schritte in dein eigenes Erleben
Christoph Steinbach und Jaipur
412 Seiten, gebunden, mit 22 Zeichnungen des Verfassers
22,98 € versandkostenfrei in DE, +2,99 € für AT und CH