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Es ist eine Lebenskunst, bewusst zu erleben: rein wahrnehmend, staunend, unschuldig, unvoreingenommen, wie ein Kind. Ohne Wahrgenommenes sogleich gedanklich zu werten, zu gewichten, sich Gedanken über Ursachen und Wechselwirkungen zu machen. Wir Menschen der westlichen Kultur haben uns von unserem eigenen Erleben ein Stück weit entfernt. Das uns Allernächste ist uns fremd geworden. Was würdest du antworten, wenn ich dich frage, was du gerade erlebst? Jetzt, in diesem Augenblick?

Offenkundig gelangen Eindrücke des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens und Tastens zu uns. Doch was umfasst dieses ominöse ‹Erleben› noch? Ist es nicht verwunderlich, dass wir Menschen fühlen, dass wir vermutlich in jedem Moment ein Gefühl «in uns haben» und wir es oftmals gar nicht recht wahrnehmen? Glaubst du, dass Gefühle nur manchmal in dir ‹auftauchen›, sie dann schnell wieder verschwinden und dass du in der Zwischenzeit gefühllos bist? Ist es nicht verwunderlich, dass es auf der einen Seite dein Gefühl ist, etwas dir ganz Nahes, Inneres, und dass du es auf der anderen Seite oftmals nicht erlebst? Ist es nicht ebenso verwunderlich, dass wir Menschen denken und Gedanken haben und auch diese zumeist hinter einem undurchsichtigen Tuch ablaufen? Irgendetwas oder Jemand in uns scheint darüber zu wachen, was in das wache Erleben gelangt und was hinter dem Schleier verbleibt…

Die drei Brüder (Geschichten zum Vorlesen Nr. 1)

Drei Brüder verließen das Haus ihrer Eltern und zogen in die Welt. Jahre später trafen sie sich. Der erste sprach: «Ich habe viele Bücher gelesen und mit ebenso vielen Gelehrten gesprochen. Es gibt etwas in der Welt, das im Innen und Außen zugleich ist, das wundervoller und erhabener ist als alles andere in dieser Welt, und jeder, der es besitzt, ist unermesslich reich. Die Gelehrten nennen es ‹Liebe›!»

Der zweite lächelte. Er ließ seinen Blick über seine Brüder schweifen und sprach nicht ohne Stolz: «Auf meinen Reisen bin ich einer Frau begegnet, die umherzog wie ich. Sie war einfach gekleidet und machte wenig Aufsehen um sich. Die Leute kamen von weit her, um sie zu sehen und mit ihr zu sprechen. Für jeden hatte sie ein Worte des Trostes und oft auch der Heilung. Sie war still und bescheiden und in sich unermesslich reich. Viele Tage bin ich mit ihr gegangen, denn, lieber Bruder, die Liebe, von der du sprachst, habe ich in ihren Augen gesehen…»

Die beiden Brüder sahen sich an, still und berührt. Dann wanderten ihre Blicke zum dritten. Der stand aufrecht und gelöst, schaute den zweiten an, dann den ersten und sein Lächeln strahlte von innen heraus. Ein jähes Erkennen durchzuckte beide und ließ sie erstarren, bis eine Woge der Verbundenheit jede Missgunst in ihnen löste: Ihr dritter Bruder hatte die Liebe erlebt und erlebte sie jetzt.

PS: ‹Erleben› ist eines der Worte mit der Vorsilbe ‹er›, die alltäglichem Tun und Sein, wie ‹leben›, ‹kennen›, ‹wachen›, ‹schaffen›, ‹haben›, ‹lösen›, ‹denken›, ‹finden›, ‹bauen›, ‹blühen›, ‹freuen›, ‹folgen› einen schöpferischen Anklang verleiht. ‹Erleben› bedeutet im Ursprung: «Das Leben selbst leben» oder: «Wie ER leben». Das eine Leben ist männlich und weiblich zugleich, doch die Väter unserer Sprache waren keine Mütter. Sonst hätten sie auch ‹esleben›, ‹eskennen›, ‹eswachen›, ‹esschaffen›, ‹eshaben›, ‹eslösen›, ‹esdenken›, ‹esfinden› und ‹esbauen› einführen können. «Ich bin leider gerade etwas eskältet.» «Eshol dich gut!» ;-)

PS 2: Diese Seiten verwenden die persönliche Form der Ansprache, da sie deine Seele und deinen Geist ansprechen möchten.

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Vortrag Trennstrich senkrecht C, Tusche Wiki des Erlebens Trennstrich senkrecht B, Tusche Was habe ich vom Erleben? Trennstrich senkrecht A, Tusche Übung

veröffentlicht am 9.3.2016, letzte Änderung am 19.2.2017 um 11:30 Uhr

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Christoph Steinbach und Jaipur
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